Neandertal

Das Neandertal gehört wohl zu den bekanntesten Orten der Welt und ist damit ein Ziel für zahlreiche Besucher. Neben dem Fund des Neandertalers vor 160 Jahren und der damit einhergehenden menschheitsgeschichtlichen Bedeutung ist es heute ebenfalls ein Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderer. Das Neanderthal Museum, die Fundstelle des Neandertaler sowie das Eiszeitliche Wildgehege nahe der Düssel eignen sich bestens für einen Tagesausflug.

 

Masterplan Neandertal © Kreis MettmannHinweis zum Neandertal: Um das Naherholungsgebiet Neandertal für Sie noch erlebbarer zu machen, fand bis Juni 2020 eine umfangreiche Neugestaltung statt. Der zentrale Talraum rund um das Neanderthal Museum wurde u.a. um zwei Fußgängerbrücken und einen attraktiven Steinzeitspielplatz erweitert. Zur besseren Orientierung im Neandertal wurde ein eigenes neanderland Logo entworfen: weißes "n" auf blauem Grund. Weitere Informationen finden Sie auf www.masterplan-neandertal.de.

 

 

 

Fundstelle des Neandertalers bei Erkrath, © Stiftung Neanderthal Museum
Fundstelle des Neandertalers bei Erkrath, © Stiftung Neanderthal Museum

Wo der Neandertaler zuhause war

Das Neandertal, benannt nach dem Theologen und Kirchenlied-Dichter Joachim Neander, ist schon seit Jahrhunderten ein Anziehungspunkt für Reisende. Das „Gesteins“, wie das Tal des Flüsschens Düssel zwischen Mettmann und Erkrath früher auch genannt wurde, war zu Zeiten Neanders eine enge und tiefe Schlucht. Vor der beeindruckenden Naturkulisse hielt er im 17. Jahrhundert Gottesdienste ab und komponierte Kirchenlieder.

Der ab dem 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung einsetzende Kalkabbau veränderte das Aussehen des Tals nachhaltig, führte aber auch dazu, dass es heute weltweit bekannt ist: Bei Abbauarbeiten in den Höhlen wurden 1856 menschliche Skelettteile gefunden, die später als frühmenschliche Überreste identifiziert wurden. Seitdem ist die Bezeichnung „Neandertaler“ weltweit ein Begriff. Heute ist das Neandertal mit seinen zahlreichen Attraktionen auch dank seiner ausgezeichneten Erschließung ein beliebtes Ziel für Besucher von nah und fern.

Außerdem ist das Neandertal das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands. Es gab Wasserfälle, prächtige Höhlen, Klippen und eine üppige Waldvegetation. Nach dem Kalkabbau hat sich das Tal der Düssel gewandelt und wieder naturnah entwickelt. An den Hängen und in den ehemaligen Steinbrüchen wachsen Buchen-, Hainbuchen- und Schluchtwälder.

INFO:

www.natur-erleben-nrw.de

www.masterplan-neandertal.de

Neandertaler Nase an Nase mit Mädchen beim Neanderthal Museum
© Neanderthal Museum

Neanderthal Museum, Mettmann, und Fundstelle, Erkrath

Im Neandertal, wo vor 160 Jahren der Neandertaler gefunden wurde, steht heute eines der modernsten Museen Europas. Es erzählt Besuchern aus der ganzen Welt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen widmen sich den unterschiedlichsten Themen.

In der Steinzeitwerkstatt werden Mitmachaktionen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten, und einmal im Jahr findet ein großes Museumsfest statt. Vom Museum führt ein Weg zur weltberühmten Fundstelle des Neandertalers. Entlang des Weges bieten Informationsstationen mit Audiosystem einen Überblick über die Natur-, Kultur- und Industriegeschichte des Tals. Alle Infos sind außerdem auch per App erhältlich. Die Anfahrt mit dem ÖPNV wird empfohlen - hier bietet sich das Kombiticket der DB an.

INFO:

Talstraße 300 | 40822 Mettmann | Tel. 02104-97970
www.neanderthal.de
geöffnet Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr

Auerochse im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal zwischen Erkrath und Mettmann
Auerochse im Wildgehege Neandertal, © Kreis Mettmann/M. Chardin

Eiszeitliches Wildgehege im Neandertal

Auf dem Spaziergang um das Wildgehege kann man urtümliche Wisente, Tarpane und Auerochsen beobachten. Auf 23 Hektar leben die Tiere auf bewaldeten Hängen und Hoch- und Talwiesen. Einen guten Blick auf das Gelände erhält man von der Aussichtsplattform in Erkrath. Das Gehege ist rund um die Uhr und kostenlos zugänglich, Hunde dürfen angeleint mitgeführt werden.

INFO:

Thekhauser Quall 2 | 40699 Erkrath
www.naturschutzverein-neandertal.de

Der neue Steinzeitspielplatz im Neandertal © Neanderthal Museum

Steinzeitspielplatz

Nach mehrjähriger Planungs- und Umbauzeit wurde der neue Steinzeitspielplatz im Neandertal im Sommer 2020 eröffnet und erfreut seitdem nicht nur die kleinen Besucher.

Der Name des Spielplatzes ist Programm: das Thema „Steinzeit und Neandertaler“ lässt sich hier an vielen Ecken spielerisch entdecken. Archäologische Funde, wie z.B. Stoßlanzen und Wurfspeere, wurden bei der Gestaltung der Spielelandschaft aufgegriffen und interpretiert: Für jüngere Kinder wurde ein kleiner Wasserlauf mit Matschbereich, eine aus „Treibholz“ anmutende Klettergelegenheit sowie eine Steinrutsche geschaffen. Ein „Stoßlanzenturm“, der mit einer Höhe von bis zu acht Metern das Highlight des Steinzeitspielplatzes darstellt, ist schon von weitem sichtbar.
Im Zentrum der überdimensionalen Lanzen spannen sich Netze auf insgesamt vier Ebenen. Der Aufstieg ist für jüngere Kinder eine Herausforderung, doch der Mut wird anschließend mit der Abfahrt durch eine Röhrenrutsche belohnt. Darüber hinaus ergänzen ein „Wurfspeerwald“ als Hangelkonstruktion, ein Kletterfels sowie eine Doppelschaukel und Tauschaukel in urzeitlicher Optik das Spielangebot.

All das liegt am neu geschaffenem und renaturiertem Zusammenfluss von Düssel und Mettmanner Bach in Wurfweite zum Eiszeitlichen Wildgehege und Neanderthal Museum.

Info:

Neandertal 1, 40699 Erkrath (gegenüber vom Neanderthal Museum)

Wichtiger Hinweis zur Parksituation vor Ort:

Besonders an den Wochenenden ist der Parkraum im Neandertal sehr begrenzt! Daher empfehlen wir die Nutzung folgender Ausweichparkplätze:

  • P&R Parkplatz S-Bahn Neanderthal (direkt oberhalb des Neanderthal Museums)
  • Altenheim Neandertal, Talstraße 189 (25 Minuten Fußweg zum Museum)
  • Parkplatz auf dem Gelände der Firma Erwepa, Mettmanner Str. 51, Erkrath (Fußweg ca. 25 Minuten).

TIPP: An Sonn- und Feiertagen verkehrt von 11 und 18 Uhr ein kostenloser Shuttle-Service zwischen Erwepa-Parkplatz und Museum.

Die Urtour – Alternative Reiseführung durch das Neandertal, © Ute Stöcker
Die Urtour durch das Neandertal, © Ute Stöcker

Die Urtour – Alternative Reiseführung durch das Neandertal

Bei diesem interessanten Rundgang, der am bergischen Hof „Gut Bachelsberg“ startet und durch die Landschaft des Neandertals führt, lernen Sie nur nicht die Natur, sondern auch die Geschichte des Tals kennen. Die „Urtour“ wird von Ute Stöcker geführt und kann für fünf bis 15 Personen in deutscher und englischer Sprache gebucht werden, auf Wunsch auch mit Verpflegung.

Auf Anfrage sind von Juni bis September Verkostungen in der hofeigenen Obstkultur buchbar. Kinder- und Jugendgruppen können separat angefragt werden.

INFO:

Ute Stöcker | Gut Bachelsberg, Diepensiepen | 40822 Mettmann
Tel. 02104-5083195 | www.urtour.de | Anmeldung erforderlich

Besucher an einem Kunstwerk am Kunstweg MenschenSpuren in Mettmann
Kunstweg MenschenSpuren in Mettmann, © Neanderthal Museum

Kunstweg „MenschenSpuren", Mettmann

Durch die Arbeiten von zehn Künstlerinnen und Künstlern von internationalem Rang wird das Spannungsverhältnis Mensch-Natur erlebbar gemacht. Kinder können sich am Ufer der Düssel auf einem großen Spielplatz austoben. Ein Audioguide zum Kunstweg ist an der Kasse des Neanderthal Museums erhältlich. Bitte beachten Sie, dass im Rahmen der Vorbereitungen des Masterplans Neandertal vorübergehend drei Skulpturen abgebaut werden müssen, die den Planungen zufolge nicht an ihren bisherigen Standorten verbleiben können.

INFO:

Talstraße 300 | 40822 Mettmann | Tel. 02104-97970
www.neanderthal.de

© Stiftung Neanderthal Museum

Evolutionspfad, Mettmann

Auf dem knapp vier Kilometer langen Weg vom Stadtkern Mettmanns zum Neanderthal Museum finden Sie Installationen, Skulpturen und Industriedenkmäler zum Thema Evolution des Menschen, so zum Beispiel die „Erinneringe", das wohl einzige wachsende Denkmal weltweit.

INFO:

Lavalplatz (Innenstadt) / Talstraße 300 (Neandertal) | 40822 Mettmann | Tel. 02104-980123
www.mettmann.de/evolutionspfad

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