Neandertal

Das Neandertal gehört wohl zu den bekanntesten Orten der Welt und ist damit ein Ziel für zahlreiche Besucher. Neben dem Fund des Neandertalers vor 160 Jahren und der damit einhergehenden menschheitsgeschichtlichen Bedeutung ist es heute ebenfalls ein Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderer. Das Neanderthal Museum, die Fundstelle des Neandertaler sowie das Eiszeitliche Wildgehege nahe der Düssel eignen sich bestens für einen Tagesausflug.

Masterplan Neandertal © Kreis MettmannAktueller Hinweis: Um das Naherholungsgebiet Neandertal für Sie noch erlebbarer zu machen, findet in 2018/2019 eine umfangreiche Neugestaltung statt. Im Zuge der Umsetzung des Masterplans Neandertal sind die Arbeiten und Vorbereitungen schon in vollem Gange. Zeitweise kommt es daher zu Einschränkungen. Die Anreise mit dem ÖPNV (S28, S8) wird empfohlen, da der Parkraum im Neandertal knapp wird. Bei Anreise mit dem ÖPNV erhalten Sie einen Preisnachlass im Neanderthal Museum. Außerdem gibt es ein Kombiticket der DB. Für Besucher, die mit dem PKW anreisen, steht ein kostenfreier Shuttleservice zur Verfügung, der das Neanderthal Museum mit dem ca. 2 km entfernten Ausweichparkplatz 1 des Firmengeländes „Davis Standard / ER WE PA“ (Mettmanner Straße 51, 40699 Erkrath) verbindet. Im Zeitraum vom 5. bis 21. Dezember fährt dienstags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr sowie sonntags und am 2. Weihnachtstag zwischen 11 und 18 Uhr der Shuttleservice zwischen dem Museum und dem Ausweichparkplatz. Aktuelle Informationen zum Masterplan Neandertal finden Sie auf www.masterplan-neandertal.de und in der Pressemitteilung.

 

 

 

Fundstelle des Neandertalers bei Erkrath, © Stiftung Neanderthal Museum
Fundstelle des Neandertalers bei Erkrath, © Stiftung Neanderthal Museum

Wo der Neandertaler zuhause war

Das Neandertal, benannt nach dem Theologen und Kirchenlied-Dichter Joachim Neander, ist schon seit Jahrhunderten ein Anziehungspunkt für Reisende. Das „Gesteins“, wie das Tal des Flüsschens Düssel zwischen Mettmann und Erkrath früher auch genannt wurde, war zu Zeiten Neanders eine enge und tiefe Schlucht. Vor der beeindruckenden Naturkulisse hielt er im 17. Jahrhundert Gottesdienste ab und komponierte Kirchenlieder.

Der ab dem 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung einsetzende Kalkabbau veränderte das Aussehen des Tals nachhaltig, führte aber auch dazu, dass es heute weltweit bekannt ist: Bei Abbauarbeiten in den Höhlen wurden 1856 menschliche Skelettteile gefunden, die später als frühmenschliche Überreste identifiziert wurden. Seitdem ist die Bezeichnung „Neandertaler“ weltweit ein Begriff. Heute ist das Neandertal mit seinen zahlreichen Attraktionen auch dank seiner ausgezeichneten Erschließung ein beliebtes Ziel für Besucher von nah und fern.

Außerdem ist das Neandertal das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands. Es gab Wasserfälle, prächtige Höhlen, Klippen und eine üppige Waldvegetation. Nach dem Kalkabbau hat sich das Tal der Düssel gewandelt und wieder naturnah entwickelt. An den Hängen und in den ehemaligen Steinbrüchen wachsen Buchen-, Hainbuchen- und Schluchtwälder.

INFO:

www.natur-erleben-nrw.de

www.masterplan-neandertal.de

Neandertaler Nase an Nase mit Mädchen beim Neanderthal Museum
© Neanderthal Museum

Neanderthal Museum, Mettmann, und Fundstelle, Erkrath

Im Neandertal, wo vor 160 Jahren der Neandertaler gefunden wurde, steht heute eines der modernsten Museen Europas. Es erzählt Besuchern aus der ganzen Welt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen widmen sich den unterschiedlichsten Themen.

In der Steinzeitwerkstatt werden Mitmachaktionen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten, und einmal im Jahr findet ein großes Museumsfest statt. Vom Museum führt ein Weg zur weltberühmten Fundstelle des Neandertalers. Entlang des Weges bieten Informationsstationen mit Audiosystem einen Überblick über die Natur-, Kultur- und Industriegeschichte des Tals. Alle Infos sind außerdem auch per App erhältlich. Die Anfahrt mit dem ÖPNV wird empfohlen - hier bietet sich das Kombiticket der DB an.

Bei Anreise mit dem PKW dienstags bis freitags, im Zeitraum 5. bis 21. Dezember und an Sonntagen sowie am 26. Dezember und empfehlen wir den Shuttleservice, der unter "Aktueller Hinweis" aufgeführt ist

INFO:

Talstraße 300 | 40822 Mettmann | Tel. 02104-97970
www.neanderthal.de
geöffnet Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr

Besucher an einem Kunstwerk am Kunstweg MenschenSpuren in Mettmann
Kunstweg MenschenSpuren in Mettmann, © Neanderthal Museum

Kunstweg „MenschenSpuren", Mettmann

Durch die Arbeiten von zehn Künstlerinnen und Künstlern von internationalem Rang wird das Spannungsverhältnis Mensch-Natur erlebbar gemacht. Kinder können sich am Ufer der Düssel auf einem großen Spielplatz austoben. Ein Audioguide zum Kunstweg ist an der Kasse des Neanderthal Museums erhältlich. Bitte beachten Sie, dass im Rahmen der Vorbereitungen des Masterplans Neandertal vorübergehend drei Skulpturen abgebaut werden müssen, die den Planungen zufolge nicht an ihren bisherigen Standorten verbleiben können.

INFO:

Talstraße 300 | 40822 Mettmann | Tel. 02104-97970
www.neanderthal.de

© Stiftung Neanderthal Museum

Evolutionspfad, Mettmann

Auf dem knapp vier Kilometer langen Weg vom Stadtkern Mettmanns zum Neanderthal Museum finden Sie Installationen, Skulpturen und Industriedenkmäler zum Thema Evolution des Menschen, so zum Beispiel die „Erinneringe", das wohl einzige wachsende Denkmal weltweit.

INFO:

Lavalplatz (Innenstadt) / Talstraße 300 (Neandertal) | 40822 Mettmann | Tel. 02104-980123
www.mettmann.de/evolutionspfad

Auerochse im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal zwischen Erkrath und Mettmann
Auerochse im Wildgehege Neandertal, © Kreis Mettmann/M. Chardin

Eiszeitliches Wildgehege im Neandertal

Auf dem Spaziergang um das Wildgehege kann man urtümliche Wisente, Tarpane und Auerochsen beobachten. Das Gehege ist rund um die Uhr und kostenlos zugänglich.

INFO:

Thekhauser Quall 2 | 40699 Erkrath | Tel. 0173-2817352 oder 02104-992821
www.wildgehege-neandertal.de

Die Urtour – Alternative Reiseführung durch das Neandertal, © Ute Stöcker
Die Urtour durch das Neandertal, © Ute Stöcker

Die Urtour – Alternative Reiseführung durch das Neandertal

Bei diesem interessanten Rundgang, der am bergischen Hof „Gut Bachelsberg“ startet und durch die Landschaft des Neandertals führt, lernen Sie nur nicht die Natur, sondern auch die Geschichte des Tals kennen. Die „Urtour“ wird von Ute Stöcker geführt und kann für fünf bis 15 Personen in deutscher und englischer Sprache gebucht werden, auf Wunsch auch mit Verpflegung.

Auf Anfrage sind von Juni bis September Verkostungen in der hofeigenen Obstkultur buchbar. Kinder- und Jugendgruppen können separat angefragt werden.

INFO:

Ute Stöcker | Gut Bachelsberg, Diepensiepen | 40822 Mettmann
Tel. 02104-5083195 | www.urtour.de | Anmeldung erforderlich

Neandertal-Ölgemälde, Schreiner 1855 / Stiftung Neanderthal Museum
Neandertal im 19. Jahrhundert (F.W. Schreiner, 1855), © Stiftung Neanderthal Museum

Das romantische Neandertal und die Düsseldorfer Malerschule

Die Düsseldorfer Malerschüler, allen voran Johann Wilhelm Schirmer und sein Mentor Carl Friedrich Lessing, entdeckten um 1826 das Neandertal für ihre Kunst. Die heute zerstörte Schlucht mit der rauschenden Düssel, den schroffen Felsen und der üppigen Vegetation beeindruckte die Maler zutiefst. Ihre Zeichnungen und Gemälde sind neben wenigen Reiseberichten die einzigen Zeugnisse, die vom ehemaligen Neandertal geblieben sind.

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