© Dominik Ketz, Kreis Mettmann_CC-BY-SA

Die Geschichte des Neandertals

Heimat des Neandertalers - von der Urzeit bis heute

Wie nur wenige Orte auf der Welt markiert die Geschichte des Neandertals zugleich auch die Anfänge der Menschheitsgeschichte. Der Fund des ersten Neandertalers brachte das Tal zu Weltruhm und machte es zum ersten Naturschutzgebiet Deutschlands. Neben einem der modernsten Museen Europas und dem multimedialen Turm Höhlenblick am Fundort vermitteln das Eiszeitliche Wildgehege mit Auerochsen, Wisenten und weiteren Tieren sowie der beliebte Steinzeitspielplatz einen bleibenden Eindruck vom Leben im Tal der Düssel vor über 400.000 Jahren. Jährlich verbinden über 160.000 Menschen ihren Besuch im Neanderthal Museum mit ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen in der malerischen Natur.

Das Neandertal erhält seinen Namen

1674 wurde das Neandertal nach dem Theologen und Dichter Joachim Neander benannt, der dort Gottesdienste abhielt und Kirchenlieder komponierte. Damals war das Tal der Düssel zwischen Mettmann und Erkrath eine tiefe Schlucht und als imposante Naturkulisse auch zu dieser Zeit bereits ein Anziehungspunkt für Reisende.

Fund des Neandertalers

Mit der Industrialisierung und dem Kalkabbau veränderte das Neandertal sein Gesicht im 19. Jahrhundert grundlegend. Doch dank dieser Veränderungen gelangte es zugleich zu weltweiter Berühmtheit: Bei Abbauarbeiten wurden 1856 frühmenschliche Skelettteile gefunden. Seither ist der „Neandertaler“ weltweit ein Begriff.

Ausweisung als Naturschutzgebiet

Um den Wald des Neandertals vor Abholzung zu schützen, gründeten engagierte Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Städte 1920 den Naturschutzverein Neandertal e. V. und schafften es so, dass das Neandertal 1921 als erstes Naturschutzgebiet Preußens ausgewiesen wurde. So wurde das Tal vor Kahlschlägen geschützt und konnte sich bis heute zu einem wertvollen Kleinod entwickeln. Die Buchenwälder haben sogar eine europaweite Bedeutung, sodass das Tal 2001 zusätzlichen gesetzlichen Schutz erhielt und als FFH-Gebiet (Flora-Fauna Habitat) im Europäischen Biotopverbund „Natura 2000“ aufgenommen wurde.

Gründung des Eiszeitlichen Wildgeheges

Nachdem der Naturschutzverein Neandertal e. V. die Ausweisung des Neandertals als Naturschutzgebiet erwirkt hatte, gründete er 1935 das Eiszeitliche Wildgehege, in dem bis heute Abbildzüchtungen von europaweit bereits ausgestorbenen Auerochsen und Tarpanen leben. Bis 1868 fungierte der Verein als Betreiber des Eiszeitlichen Wildgeheges, und noch heute ist er Eigentümer der Tiere. Betrieben wird das Wildgehege inzwischen vom Kreis Mettmann.

Eröffnung des Neanderthal Museums

Die Fundstücke des frühmenschlichen Skeletts wurden zunächst in einem Gebäude nahe der Fundstelle, der heutigen Steinzeitwerkstatt, untergebracht, bis 1996 das Neanderthal Museum eröffnete. Es zählt zu den modernsten Museen Europas. Seine multimediale Dauerausstellung führt das internationale Publikum durch die Ur- und Frühgeschichte der Menschheit vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Jährlich lassen sich über 160.000 Besucherinnen und Besucher von der mehrfach ausgezeichneten Präsentation und der gesamte Anlage begeistern.

Eröffnung Steinzeitspielplatz

Wenn Kinder schon so hautnah mit allen Sinnen in die Urgeschichte eintauchen, wollen sie sich auch darin bewegen und am liebsten darin spielen. Der 2020 eröffnete Steinzeitspielplatz direkt gegenüber vom Neanderthal Museum macht's möglich! In der 2.250 m² großen Abenteuerwelt finden Sie alles, was das junge Neandertaler-Herz begehrt: von Klettergerüsten, Seilen, Kletternetzen bis zum Wasserspiel und zur Bärenhöhle. Und auch die Jüngsten (bis 6 Jahre) kommen in der „Treibholzlandschaft“ mit viel Wasser und ein paar gemütlichen Plätzchen zum Pausieren ganz auf ihre Kosten.

Die Geschichte des Neandertals geht weiter

Direkt an der Fundstelle des ersten Neandertalers entsteht bis Ende 2022 ein multimedialer Erlebnisturm: der „Höhlenblick“. Die weithin sichtbare Landmarke vermittelt in verschiedenen Installationen einen Eindruck von der Bedeutung des Neandertals sowie der Fundstelle. Modernste Virtual-Reality-Technik lässt Besucherinnen und Besucher die Zeit der Jäger und Sammler hautnah erleben. Auf der Spitze des Turms befindet sich ein überdimensionaler Neandertaler-Schädel.

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Eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands

Bis ins 17. Jahrhundert hinein war das Neandertal rechts und links der Düssel eine wildromantische tiefe Schlucht, die aufgrund ihrer urwüchsigen Vegetation und reichen Fauna schon immer Reisende anzog. Üppige Wälder, Höhlen, Klippen und Wasserfälle passen zur Vorstellung, die man heute von der Heimat des Neandertalers hat. Mit dem Kalkabbau im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandelte sich das Bild des Tals grundlegend. Diesem ist es aber nur zu verdanken, dass hier Skelettteile des ersten Neandertalers gefunden wurden, die das Tal weltberühmt machten. Heute hat sich die Natur ihr Reich zurückerobert. Buchen-, Hainbuchen- und Schluchtwälder besiedeln die Hänge und Steinbrüche. Zahlreiche Wanderwege lassen Besucherinnen und Besucher eine bunte Vielfalt an Tieren und Pflanzen entdecken. Das Eiszeitliche Wildgehege präsentiert Auerochsen, Wisente und Wildpferde, die auch schon zur Zeit des Neandertalers das Tal der Düssel bevölkerten. Um die wertvolle Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, dürfen die Wege nicht verlassen und mitgeführte Hunde müssen angeleint werden.

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Zeitreise durch das neanderland

Der Geschichte auf der Spur

Wer nach so viel Urzeitlichem Lust hat, auch die jüngere Geschichte und Kultur der Region zu erkunden, wird im neanderland nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Von der Römerzeit bis in die Gegenwart finden Zeitreisende hier beeindruckende Zeugnisse aus jeder Epoche. Zahlreiche historische Ortskerne wie etwa das Dorf Gruiten oder die Altstadt von Velbert-Langenberg, Denkmale der Industriekultur oder imposante weltliche und sakrale Bauwerke wie der Mariendom im Wallfahrtsort Neviges vermitteln nicht nur Kulturhistorisches, sondern bezaubern auch mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre.

Es gibt noch viel mehr zu entdecken

Wandernd erkunden

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Regional genießen

© Kreis Mettmann, Martina Chardin

Die Städte im neanderland

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