Neandertal

Das Neandertal gehört wohl zu den bekanntesten Orten der Welt und ist damit ein Ziel für zahlreiche Besucher. Neben dem Fund des Neandertalers vor 160 Jahren und der damit einhergehenden menschheitsgeschichtlichen Bedeutung ist es heute ebenfalls ein Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderer. Das Neanderthal Museum, die Fundstelle des Neandertaler sowie das Eiszeitliche Wildgehege nahe der Düssel eignen sich bestens für einen Tagesausflug.

Fundstelle des Neandertalers bei Erkrath, © Stiftung Neanderthal Museum
Fundstelle des Neandertalers bei Erkrath, © Stiftung Neanderthal Museum

Wo der Neandertaler zuhause war

Das Neandertal, benannt nach dem Theologen und Kirchenlied-Dichter Joachim Neander, ist schon seit Jahrhunderten ein Anziehungspunkt für Reisende. Das „Gesteins“, wie das Tal des Flüsschens Düssel zwischen Mettmann und Erkrath früher auch genannt wurde, war zu Zeiten Neanders eine enge und tiefe Schlucht. Vor der beeindruckenden Naturkulisse hielt er im 17. Jahrhundert Gottesdienste ab und komponierte Kirchenlieder.

Der ab dem 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung einsetzende Kalkabbau veränderte das Aussehen des Tals nachhaltig, führte aber auch dazu, dass es heute weltweit bekannt ist: Bei Abbauarbeiten in den Höhlen wurden 1856 menschliche Skelettteile gefunden, die später als frühmenschliche Überreste identifiziert wurden. Seitdem ist die Bezeichnung „Neandertaler“ weltweit ein Begriff. Heute ist das Neandertal mit seinen zahlreichen Attraktionen auch dank seiner ausgezeichneten Erschließung ein beliebtes Ziel für Besucher von nah und fern.

Außerdem ist das Neandertal das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands. Es gab Wasserfälle, prächtige Höhlen, Klippen und eine üppige Waldvegetation. Nach dem Kalkabbau hat sich das Tal der Düssel gewandelt und wieder naturnah entwickelt. An den Hängen und in den ehemaligen Steinbrüchen wachsen Buchen-, Hainbuchen- und Schluchtwälder.

INFO:

www.natur-erleben-nrw.de

www.masterplan-neandertal.de

Neanderthaler Nase an Nase mit Mädchen beim Neanderthal Museum
© Neanderthal Museum

Neanderthal Museum, Mettmann, und Fundstelle, Erkrath

Im Neandertal, wo vor 160 Jahren der Neandertaler gefunden wurde, steht heute eines der modernsten Museen Europas. Es erzählt Besuchern aus der ganzen Welt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen widmen sich den unterschiedlichsten Themen.

In der Steinzeitwerkstatt werden Mitmachaktionen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten, und einmal im Jahr findet ein großes Museumsfest statt. Vom Museum führt ein Weg zur weltberühmten Fundstelle des Neandertalers. Entlang des Weges bieten Informationsstationen mit Audiosystem einen Überblick über die Natur-, Kultur- und Industriegeschichte des Tals. Alle Infos sind außerdem auch per App erhältlich.

INFO:

Talstraße 300 | 40822 Mettmann | Tel. 02104-97970
www.neanderthal.de
geöffnet Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr

Besucher an einem Kunstwerk am Kunstweg MenschenSpuren in Mettmann
Kunstweg MenschenSpuren in Mettmann, © Neanderthal Museum

Kunstweg „MenschenSpuren", Mettmann

Durch die Arbeiten von zehn Künstlerinnen und Künstlern von internationalem Rang wird das Spannungsverhältnis Mensch-Natur erlebbar gemacht. Kinder können sich am Ufer der Düssel auf einem großen Spielplatz austoben. Ein Audioguide zum Kunstweg ist an der Kasse des Neanderthal Museums erhältlich.

INFO:

Talstraße 300 | 40822 Mettmann | Tel. 02104-97970
www.neanderthal.de

© Stiftung Neanderthal Museum

Evolutionspfad, Mettmann

Auf dem knapp vier Kilometer langen Weg vom Stadtkern Mettmanns zum Neanderthal Museum finden Sie Installationen, Skulpturen und Industriedenkmäler zum Thema Evolution des Menschen, so zum Beispiel die „Erinneringe", das wohl einzige wachsende Denkmal weltweit.

INFO:

Lavalplatz (Innenstadt) / Talstraße 300 (Neandertal) | 40822 Mettmann | Tel. 02104-980123
www.mettmann.de/evolutionspfad

Auerochse im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal zwischen Erkrath und Mettmann
Auerochse im Wildgehege Neandertal, © Kreis Mettmann/M. Chardin

Eiszeitliches Wildgehege im Neandertal

Auf dem Spaziergang um das Wildgehege kann man urtümliche Wisente, Tarpane und Auerochsen beobachten. Das Gehege ist rund um die Uhr und kostenlos zugänglich.

INFO:

Thekhauser Quall 2 | 40699 Erkrath | Tel. 0173-2817352 oder 02104-992821
www.wildgehege-neandertal.de

Die Urtour – Alternative Reiseführung durch das Neandertal, © Ute Stöcker
Die Urtour durch das Neandertal, © Ute Stöcker

Die Urtour – Alternative Reiseführung durch das Neandertal

Bei diesem interessanten Rundgang, der am bergischen Hof „Gut Bachelsberg“ startet und durch die Landschaft des Neandertals führt, lernen Sie nur nicht die Natur, sondern auch die Geschichte des Tals kennen. Die „Urtour“ wird von Ute Stöcker geführt und kann für fünf bis 15 Personen in deutscher und englischer Sprache gebucht werden, auf Wunsch auch mit Verpflegung.

Auf Anfrage sind von Juni bis September Verkostungen in der hofeigenen Obstkultur buchbar. Kinder- und Jugendgruppen können separat angefragt werden.

INFO:

Ute Stöcker | Gut Bachelsberg, Diepensiepen | 40822 Mettmann
Tel. 02104-5083195 | www.urtour.de | Anmeldung erforderlich

Neandertal-Ölgemälde, Schreiner 1855 / Stiftung Neanderthal Museum
Neandertal im 19. Jahrhundert (F.W. Schreiner, 1855), © Stiftung Neanderthal Museum

Das romantische Neandertal und die Düsseldorfer Malerschule

Die Düsseldorfer Malerschüler, allen voran Johann Wilhelm Schirmer und sein Mentor Carl Friedrich Lessing, entdeckten um 1826 das Neandertal für ihre Kunst. Die heute zerstörte Schlucht mit der rauschenden Düssel, den schroffen Felsen und der üppigen Vegetation beeindruckte die Maler zutiefst. Ihre Zeichnungen und Gemälde sind neben wenigen Reiseberichten die einzigen Zeugnisse, die vom ehemaligen Neandertal geblieben sind.

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